Susannes & Carmens Radtour durch Ostafrika

Montag, 19. November 2012

Die Karawane zieht weiter und Gewinnspiel Nr. 4

 Wir lassen die Berge Tanzanias hinter uns und steuern auf den Indischen Ozean zu. Windig und heiss geht es dennoch weiter, der Gegenwind wird uns hier freundlicherweise sogar auf einem Strassenschild angekuendigt. Und wir schwitzen so viel wie noch nie, man koennte sagen, richtige Fluesse.

Manchmal staunen wir, wie normal es inzwischen fuer uns geworden ist, durch diesen schwarzen Kontinent zu radeln, dabei auf schwaebisch etwas zu bereden und nebenbei Afrikaner am Strassenrand mit unseren paar Brocken Suaheli zu gruessen. Es entwickelt sich in allem Routine, sei es im Umgang mit den Reaktionen der Menschen, die nach wie vor "Muzungu, how are you ?"  oder " Good morning Teacher !"rufen, wenn sie uns sehen, sei es in wildem, afrikanischen Verkehrsgetuemmel, oder sei es darin, sich nicht mit einem ueberteuerten ' Muzungupreis ' ueber den Tisch ziehen zu lassen. Was auch meistens ganz gut klappt, ist ein Dach oder so etwas aehnliches bei starkem Regen zu finden, und entspannt zu bleiben, auch wenn man die Socken schon auswringen kann, die Getraenkevorraete aufgebraucht sind und die Bremse aufgrund des ganzen Matsches laufend haengen bleibt.  Oder sich andersherum bei starkem Regen, den wir gluecklicherweise gerade irgendwo drinnen verbringen, bewusst zu machen " Ma koennt jetzt au aufm Fahrrad hocka...!"


 In jedem neuen Guesthouse stellt sich immer die Frage, wo ein sicherer Platz als Nachtdepot fuer unsere Fahrraeder ist. Und manche Gastgeber raten uns, das Fahrrad besser mit in unser Zimmer zu nehmen. Kein Problem, wir haben sie inzwischen so lieb, dass wir gerne in naechster Naehe schlafen.


Bei unseren Mittagspausen bekommen wir auch immer wieder Besuch, gerne von Schaf-, Rinder-, Ziegen- oder gemischten Herden und manche ihrer Hirten sind von den weisshaeutigen Radlern so ueberrascht, dass sie sich eine geschlagene halbe Stunde uns gegenueber setzen und genaustens beobachten, was und wie wir essen. Und auch das laesst uns mittlerweile entspannt weitervespern.




Und nun, liebe Quizfreunde, die naechste Gewinnmoeglichkeit. Wer als erster den unten stehenden Text in verstaendliches Deutsch uebersetzt und als Kommentar postet, bekommt die naechste Karte. Wir bedienen uns in der Zeit an besagter Minibar, wer ganze Binnengewaesser schwitzt muss schliesslich fuer Ausgleich sorgen. Viel Spass !


Dienstag, 13. November 2012

Gipfelstuermung auf 4566 m

Wir sind zurueck von unserer dreitaegigen Bergtour und total begeistert. Unsere ' Crew' am Berg, alle aus Tanzania, bestand aus einem Guide, einem Koch und 2 zusatzlichen Helfern fuer die benoetigte Ausruestung. 2 Tage lang sind wir von Arusha aus aufgestiegen und haben in Huetten am Berg uebernachtet. In diesen Huetten und auch beim Wandern ist immer einiges los, denn meist sind mehrere Wanderer und so auch mehrere Bergcrews unterwegs.
Wir haben die 3 Tage sehr genossen, zum einen war es natuerlich die unglaublich schoene, gruene Landschaft. Zum anderen die Stimmung am Berg, man trifft tagsueber und auch abends immer die gleichen Gruppen. Und wieder haben wir sehr liebe, froehliche und hilfsbereite Afrikaner getroffen. Da viele Afrikaner Deutschland mit Fussball verbinden, waren wir bald als die "Bundesliga-Girls" bekannt, was immer fuer viel Gaudi sorgte. In der zweiten Nacht sind wir um 1 Uhr morgens aufgestanden und sind mit Stirnlampen die letzten 5 Stunden bis zum Gipfel aufgestiegen. Puentklich mit dem Sonnenaufgang waren wir oben...und wie das war, seht selbst...


Die ersten Aufstiegskilometer fuehrten noch durch Regenwald

Hassan, einer der Guides

Goodluck, der Ranger. Vor allem beim Wandern durch den waldigen Teil am Berg ist es Pflicht, von einem Ranger begleitet zu werden, denn auch Bueffel, Elefanten und wohl auch Leoparde sind hier zu finden. Getroffen haben wir keinen.

Unsere Huette fuer die zweite Nacht - von hier starteten wir um 1 Uhr morgens auf den Gipfel






Sonnenaufgang auf dem Gipfel vom Mount Meru. Der Berg am Horizont ist der Kilimandscharo
Mit anderen  Guides und ganz rechts Marco aus Rom am Gipfel











Freitag, 9. November 2012

Der Berg ruft !

Wir sind mittlerweile in Arusha, Tanzania, angekommen,der Stadt zu Fuessen des 4562,13 m hohen Vulkans Mount Meru. Um unseren vom vielen Radeln in Mitleidenschaft gezogenen Popos, Karpaltunneln und Oberschenkeln etwas Abwechslung zu goennen, werden wir ab morgen einen dreitaegigen Trek auf eben diesen Berg, uebrigens der dritthoechste in Tanzania und nur 65 km vom Kilimandscharo entfernt, unternehmen. Wir freuen uns sehr darauf ! Der Berg ruft und wir rufen zurueck !
Habe die Ehre !
Wokenverhangen im Hintergrund - der Mount Meru

In Arusha und jetzt ist unser Ziel fuer die naechsten 3 Tage zum Greifen nah

Donnerstag, 8. November 2012

3000 km und der erste weisse Radler !

Ladies and gentleman, ganz unbescheiden und stolz verkuenden wir euch heute, dass wir die 3000 km vollgemacht haben ! An diesem denkwuerdigen Tag passierte auch folgendes denkwuerdiges Ereignis: Wir radeln durch die schneidene Hitze auf einer Landstrasse in Tanzania und... Susanne ruft : " I glaubs it !!! An andra,weissa Reisender aufm Fahrrad !" ... und so treffen wir nach 3000 km den ersten Weissen, der auch mit dem Fahrrad durch Afrika unterwegs ist. Ohne uns zu kennen entsteht mitten auf der Strasse ein grosses Hallo und ein spannender Erfahrungsaustausch. Die Afrikaner, die vorbeifahren, muessen wohl gedacht haben 'jetzt spinnen sie komplett, diese Muzungus...' , vielleicht haben sie Recht.

We proudly present you Gijs Stevens aus Holland, der seit 7 Monaten unterwegs ist und seine Radtour am Nordkap begonnen hat und bis Suedafrika radeln wird. Auf seiner Radreise gibt er immer wieder Workshops ueber erneuerbare Energien und kann viel interessantes dazu berichten. 
Schaut doch mal drauf, mal sehen ob Ihr uns zwei da wo findet...;-)
www.capetocape2012.com 
www.facebook.com/capetocape2012

Hitze, Duerre und viel Gastfreundschaft

Der duerre und trockene Norden Tanzanias
Seit einigen Tagen durchradeln wir den Norden Tanzanias, manches ist voellig anders als in den anderen Laendern zuvor, manches bleibt gleich. Tanzania ist viel duenner besiedelt als noch Uganda oder Ruanda. Da es fuer uns sicherer ist, in groesseren Staedten wie in kleineren Doerfern zu uebernachten, sind wir gezwungen, zum Teil grosse Strecken zurueckzulegen, in den letzten Tagen war so jede Tagesetappe ueber 150 km lang. Und Tanzania ist bisher mit Abstand das duerrste und trockenste Land unserer Reise. Die Landschaft ist bisher viel ebener, weniger bergig als in den Laendern zuvor. Dazu blaest ein starker, trockener Wind (meist gegen unsere Fahrtrichtung), der das Radeln sehr anstrengend, eine Unterhaltung schwierig und Atmen ueberhaupt erschwert. Es kann durchaus vorkommen, dass wir waehrend einer solchen Etappe einen ganzen Tag lang kein Wort miteinander sprechen, weil der Wind so laut um die Ohren blaest und das Radeln so anstrengend ist.
Schaf-, Rinder-, Ziegen-, oder auch gemischte Herden werden von ihren Hirten auf der Suche nach ein paar Grashalmen umhergetrieben
Dazu kommt, dass das Radeln durch das duerre Nowhere auch unsere Stimmung drueckt. Man sieht Nutztiere wie Kuehe, Esel oder Ziegen, die von den Hirten den ganzen Tag auf der Suche nach den spaerlichsten Grashalmen herumgetrieben werden. Und wir sehen auch immer wieder verendete Nutztiere am Strassenrand.
Unsere selbstentwickelte 10 - Minuten - Regel: Bei dicken Wolken und grossen Regentropen das naechste Dach suchen und 10 Minuten warten, ob ein starker Schauer daraus wird. Von fliessend Wasser und Elektrizitaet ist bei dieser Lehmhuette keine Spur. Es dauerte jedoch nicht lang, bis eine Afrikanerin aus der Huette kam, und uns zwei Hocker zum Sitzen brachte - ungefragt und mit einem breiten Lachen auf den Lippen.

Was sich nicht aendert, ist dass auch in Tanzania alles moegliche auf dem Kopf transportiert wird - von Handtaschen ( ist das dann eine Koptasche ?) bis hin zu ganzen Oelfaessern. Natuerlich ohne Festhalten ! Was sich auch nicht aendert ist die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Afrikaner. Wir gehen hier abends in ein Restaurant, werden sofort willkommen geheissen und uns wir sofort von irgendjemand geholfen, mit unseren spaerlichen Suaheli-Kenntnissen an etwas zu essen und zu trinken zu kommen. Meist werden wir zu ein, zwei Getraenken eingeladen und dann ebenso herzlich wieder verabschiedet. Wir koennen uns schwer vorstellen, dass das einem Schwarzen in einem deutschen Restaurant aehnlich ergehen wuerde. Oder auch waehrend einer Radeletappe, als die Strasse ausging, da sie gerade neu gebaut wurde, und sich auf der einspurigen Bodenpiste Busse und LKWs in beiden Fahrtrichtungen draengten. Ein afrikanischer Radler, der auf seinem Fahrrad Brennholz transportierte, lotste uns ungefragt mit Haenden und Fuessen, durch dieses wilde Verkehrsgetuemmel. Solche kleinen Gesten sind fuer die Afrikaner selbstverstaendlich, es existiert ein grosses Miteinander statt Ellbogenkultur.
Rote, trockene Landschaft im Norden Tanzanias

Ach ja und was ist der Unterschied zwischen einem maennlichen Radler in Deutschland und in Afrika ? Keiner ! Beide moegen es nicht so gern, ueberholt zu werden und setzen alles daran uns wieder zu ueberholen. Und das mit einem Fahrrad ohne Gangschaltung, mit einem Passagier, einem Schwein, einer Ziege, vielen Hennen, Holz oder Kohlesaecke hintendrauf. Manchmal ergeben sich so witzige kleinen Spielchen, bis derjenige schliesslich abbiegt oder angekommen ist.
 Manche denken sich auch "Gerade recht !" und haengen sich kilometerlang in unseren Windschatten, so hatten wir schon 5 und mehr Mitradler hinter uns und sind uns schon fast wie bei einer Radausfahrt des oertlichen Radsportvereins vorgekommen.



Ganz normale Attacke: So sehen wir am Ende eines Radeltages aus - und wurden von schickeren Hotels auch schon abgewiesen...;-) 


Na, wo soll die Reise hingehen ? Das Bild entstand in Ruanda.

Tanzaischer Radler mit interessantem Transportgut: In dem Kaefig sind - noch - lebende Hennen, die Kochtoepfe, in denen sie landen werden, hat er sicherheitshalber auch dabei.





Donnerstag, 1. November 2012

2000 km, Tanzania und Gewinnspiel Nr. 3

Nach 3 Platten, 2 gebrochenen Ketten und ueber 2000 km sind wir in Tanzania angekommen. Vom ruandischen Grenzoffizier noch mit " Les passeportes s'il vous plait " verabschiedet, werden wir vom tanzanischen Beamten mit dem schon von Kenia und Uganda bekannten suahelischen "Mambojambo !" begruesst.
Kurz hinter der ruandisch-tanzanischen Grenze, diese Strasse mit dem 'Danger" Hinweis kamen wir hochgekeucht...

 Bergig geht es auch in Tanzania weiter und wir sind desoefteren schon morgens um halb 9 voellig durchgeschwitzt. Den Grossteil unserer Tour fahren wir auf Teerstrassen. Manchmal laesst es sich jedoch nicht vermeiden und wir muessen weite Etappen auf Sandpisten oder bodenaehnlichen Wegen zuruecklegen. Das bedeutet einerseits, dass wir viel langsamer und muehsamer vorankommen. Andererseits auch oft, dass die Reaktionen der Menschen in den Doerfern oder am Wegesrand krasser sind, da sie oft noch nie weisse Menschen gesehen haben und die Mischung aus weisser Haut und Fahrrad fuer sie ungefaehr so sein muss, wie wenn bei uns im Allgaeu eine Kamelkarawane vorbeizieht. Uns sind sogar schon Frauen mit Absatzschuhen hinterhergerannt !

Unsere dritte Radeletappe in Tanzania fuehrte wieder einmal 80km lang auf einer Sandpiste durch steppenaehnliches Nirwana und wir stellten uns morgens schon auf einen anstrengenden Tag ein. Mittags wollten wir in einem kleinen Dorf, hauptsaechlich aus Lehmhuetten bestehend, Pause machen und fragten in einem kleinen Pub nach Tee oder Kaffee. Ein ca 60 Jahre alter Mann in Anzug meinte "Sorry, we just have beer, but come, I show you a place ." Er fuehrte uns in eine andere Huette, und ehe wir uns versahen, hatten wir beide Tee und einen Teller Reis vor uns stehen, zu dem er uns einlud. Er liess uns in Ruhe essen, meinte danach, ob wir noch etwas zu trinken brauchen und bedankte sich sehr, sehr herzlich dass wir in seinem Dorf zu Gast waren. Solche gastfreundlichen Gesten erleben wir hier oft und die meisten Ostafrikaner freuen sich einfach sehr, Gaeste zu haben.

Noch in Ruanda. Diesen 2,5 stuendigen, heftigen Regen verbringen wir mit ca 10 Ruandern in einem sogenannten "Schopf", wir sprechen kein Ruandisch, sie kein Englisch, so sitzen wir einfach schweigend zusammen ganz nach dem Motto "schlimm duats eaba doch manchmal lang..."


Polizeistation auf tanzanisch

2000 geradelte Kilometer in Ostafrika ! Das Bild entstand in der Naehe von Mwanza, am tanzanischen Ufer des Lake Victoria. Wir warten gerade auf die Faehre, die uns ueber einen kleinen Seitenarm dieses riesigen Sees bringt und nutzen die Zeit ...
 
... fuer ein paar Fotos mit ihm.

 And here it ist, Ladies and Gentlemen, Gewinnspiel Nr. 3 !

Vor was warnt dieses ugandische Strassenschild ?


a) Caution, Kamel ahead !
b) Caution, BH-Firma ahead !
c) Caution, Damen mit grossem Dekollete ahead !
d) Caution, humps ahead !
e) Caution, Wassermelonen ahead !

Wie immer gilt: Wer die richtige Antwort zuerst als Kommentar postet, bekommt eine Postkarte von uns ! Viel Glueck !