Susannes & Carmens Radtour durch Ostafrika

Montag, 3. Dezember 2012

Hinauf auf das Dach von Afrika

Man nehme einen 5 895 m hohen Berg namens Kilimanjaro, der hoechste seiner Art auf dem ganzen afrikanischen Kontinent und der hoechste frei stehende Berg der Welt. Man nehme ausserdem 6 Tage, viel Abenteuerlust, zu Beginn afrikanische Hitze, die sich je nach durchwanderter Zone in Kaelte, noch mehr Kaelte und schliesslich die maximal vorstellbare Kaelte gepaart mit eisigem Wind, verwandelt.
Als Ausruestung packe man ein Zelt zum Schlafen, ein Kuechenzelt zum Kochen und ein Zelt fuer die Crew ein. Desweiteren wenig kurze und viel lange, warme Kleidung zum Wandern, und aufgrund der Schafskaelte zum Schlafen ein. Und bitte den waermsten Schlafsack auf dem Markt auswaehlen !

 Dazu fuege man  ein Team aus 2 Guides, 4 Portern fuer das Gepaeck und einem Koch ( eine Besteigung ohne Guide und Crew ist nicht moeglich, sondern sogar gesetzlich vorgeschrieben).
 Und schliesslich zwei afrikabegeistere Muzungus namens Susanne und Carmen, die den besagten Berg von allen Seiten umradelt, dann von einem anderen Berg namens Mount Meru aus der Ferne begutachtet und sich dem Bann nicht mehr entziehen konnten und am Ende face to face 'jambo' sagten.
Heraus kommt ein Abenteuer von dem wir seit wenigen Minuten zurueck und vollendens begeistert sind ! Immer noch im Bergsteigeroutfit entsteht gerade dieser Post und wenn wir die Zeit haetten, wuerden wir morgen gleich wieder gehen.

6 Tage Wandern, zusammen mit einem tollen Team namens Emmanuel, Hassan, John, Michael, Borni, Nicolaus und Nassari, die allesamt fuer uns sehr liebe Freunde wurden oder vorher schon waren, liegen hinter uns. 6 Tage campen an taeglich wechselnden immer hoeheren und kaelteren Orten (das Thermometer zeigte am Ende deutlich unter - 20 Grad an), die letzten zwei Naechte haben wir tatsaechlich mit 2 langen Hosen, Handschuhen, Muetze und 2 Pullovern im Schlafsack gelegen und...warm war es trotzdem nicht !

Und schliesslich der Hoehepunkt vom Hoehepunkt  -  vom letzten Lager aus um 24 Uhr aufstehen und mit Stirnlampen, 3 Schichten fuer die Beine und 5 Schichten fuer den Oberkoerper die letzten 1200 Hoehenmeter zum Gipfel aufsteigen, um dann um 6 Uhr morgens auf dem Dach von Afrika anzukommen, rechtzeitig mit dem Sonnenaufgang .Hoeher kann man auf diesem Kontinent nicht sein !
Vorher noch Anweisungen von Emmanuel, unserem Headguide, entgegennehmen, die ungefaehr so lauten: "Wenn ihr waehrend des Aufstieges Brechen muesst, nur zu, das ist wegen der Hoehe voellig normal. Auch Durchfall, Kopfweh, Schwindelattacken und starke Uebelkeit koennten dazu kommen, aber macht euch keine Sorgen, den Gipfel erreicht ihr trotzdem. !" Beruhigend ! Der Sauerstoffpartialdruck am Gipfel ist gerade mal noch halb so gross wie auf Meereshoehe, weshalb etwa die Haelfte aller Bergsteiger am Kili hoehenkrank wird und den Aufstieg nicht machen kann.
Mit Schwindel und einem sicher rekordverdaechtigen Serotoninspiegel sind wir an dem eis - eis -eiskalten und unglaublich windigen Uhuru Peak, dem Gipfel, angekommen und mussten vor lauter Ueberwaeltigung ein paar Traenen und in guter, bewaehrter Bergsteigermanier schliesslich im Basecamp mit der kompletten Mannschaft einen Gipfelschnaps, der oertliche Obstler nennt sich Konyagi, verdruecken.... okay, gut,  bei dem einen blieb es dann doch nicht...

Und wieder war es nicht nur die Faszination Berg, die die letzten Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis machte, sondern genauso die Menschen rund herum. Mit unserer tollen Crew eng zusammengepfercht im Kuechenzelt sitzen und tanzanische Lieder singen, dabei viel ueber Afrika und das Leben sinnieren gehoert mindestens genauso dazu. Oder die anderen Muzungus die wir am Berg getroffen haben, die sich ebenso an dieses Abenteuer gewagt haben und  nebenbei echte Abenteurer sind - seien es die drei australischen Stuntfrauen, die soeben einen Film mit Mel Gibson in Namibia drehen ( Mad Max - kommt 2014 in die Kinos) oder die 2 amerikanischen Piloten, von denen einer viel ueber Bruchlandungen erzaehlen konnte und der anderen gerade alleine um die Welt segelt und sein Boot fuer den Trip in Kapstadt vor Anker gesetzt hat. Oder den englischen Reisebuchautor Henry Stedman, der um seinen Kilimanjaro - Reisefuehrer upzudaten soeben wieder ostafrikanische Berge unsicher macht ( und wir noch mit auf das Gipfelfoto fuer die naechste Auflage gehuscht sind...)

Genug Text, jetzt bitte zuruecklehnen und frischeste Eindruecke vom Kili geniessen.
It 's Kili - Time now !
Einen schoenen Sonntag !



Emmanuel, der Headguide, gibt uns letzte Instruktionen vor dem Start
Emmanuel, Susanne, Hassan (assisting guide), Carmen. Emmanuel und Hassan haben wir am Mout Meru kennengelernt, Emmanuel hatte dort immer einen Regenschirm dabei, und wir haben es uns nicht nehmen lassen, es ihm gleich zu tun...

Das erste Nachtlager auf 3000 m


Im Hintergrund und schneebedeckt unser Ziel


Emmanuel und wir bei einer Trinkpause :"Girls, make sure that you drink enough to avoid the altitude sickness ! " Basst eh.


... und vom vielen Trinken muss man auch mal fuer kleine Muzungus


Das Kuechenzelt, hier beim Lager fuer die zweite Nacht

Nass werden gehoert vor allem in den ersten beiden Tagen, wo noch Regenwald durchwandert wird, dazu. Das Trockenwerden war die groessere Herausforderung.



Unser Campingplatz fuer die dritte Nacht






Die Kueche von innen. Was Nassari, unser Koch und hier ganz links, auf einem Gaskocher gezaubert hat, hat uns regelmaessig schwer beeindruckt


Ach ja, nochmal " make sure that you drink enough...!"


Willkommen auf dem Mond, wahlweise in der sogenannten ' alpine desert '


Und jetzt : Sonnenaufgang auf dem Gipfel

Eines der Kilimanjaro - Gletscher
Wie hat schon STS gesungen ? Kalt und immer kaelter...
Erkennt ihr die Beiden links im Bild ? Rechts Borni, einer der Porter



Beim Abstieg vom Gipfel, um ca 6 Uhr morgens, und auch wenn es nicht so aussieht : Es war kalt !

Emmanuel ueberreicht uns feierlich unser Gipfelzertifikat




Kommentare:

  1. Ihr seid ja crazy drauf. Herzliche Glückwünsche über diesen genialen Triumpf!!
    Ganz nach dem Motto: dipp deinen Zeh in den Pool voller Möglichkeiten. Aber ihr macht da gleich ne Arschbombe rein!
    Weiterhin lots of fun und alles Gute!

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  2. Jo maei, do saisch nix meh. Ihr sind mir jo mol zwoi Feagr... Mi freids auf jeda Fall dass ma so viel von eirer Rois midkriaga derf. Do hod ma allbod was zu midfiabra und ma ka kaum erwarda wos nägschmol na god.
    Liabe Griaß und no a guade Zeid schiggd eich Vronska

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  3. ihr kennet ja it bloß radle sondern au kherig latsche...

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  4. Hey Ihr wilden Africa-Girls,

    ihr seid ja echt die absoluten Oberknaller. Einfach nur großartig, bin schwer beeindruckt von Eurer Energie. Macht weiter so. Ihr seid echt ne Schau! Klasse.

    Liebe Grüße
    Günther

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  5. Congratulations Ihr Zwoi Buchner-Mädels!
    Es ist der Wahnsinn, diese Bilder, diese herrlichen Texte..... Bin grad voll im "Kili-feeling"! Es macht mir große Freude, Euch so mit begleiten zu dürfen. Viel Spaß Euch weiterhin! It´s Kili-Time now - auch im Allgäu.... Ganz herzliche Grüße Lydia

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  6. Meine herzlichsten Glückwünsche! Ich bin schwer beeindruckt und ein bisschen wehmütig, dass dieses Gipfelglück für mich noch in weiter Ferne liegt.
    P.s. war am Freitag bei einem Vortrag von Hans Kammerlander und seine Bilder aus Afrika sind nicht so schön wie eure!

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  7. hallo ihr zwei ich bekomme gerade eine gänsehaut wenn ich euren bericht lese. sicher werde ich diesen berg nicht besteigen können aber ich kann das gefühl nachfühlen etwas so tolles leisten zu können. liebe grüße claudia aus albris

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